Neue Vocalsolisten



zeitgenössische Vokalität

Meisterkurs Datum

18. - 30. Juli

Preis

Teilnahmegebühr
CHF 250.00
Teilnahmegebühr
CHF 575.00 (für active Teilnehmer)
CHF 50.00 (für Hörer)
Unterkunft (wenn gewünscht)
Ab CHF 250.-
Sehen Sie die Teilnahmebedingungen für Details

Kursbeschreibung: zeitgenössische Vokalität

Die Stimme in der zeitgenössischen Musik

Meisterkurs für Stimme solo und für Kammermusik mit Stimmen, mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart

Die sieben Sänger*innen der Neuen Vocalsolisten haben sich auf die Interpretation von vokaler Kammermusik und zeitgenössischem Kammermusiktheater spezialisiert. Sie erforschen und präsentieren alle Bereiche zeitgenössischer Vokalmusik und arbeiten gemeinsam mit KomponistInnen und RegisseurInnen an der Weiterentwicklung experimenteller Stimm- und Körpertechniken.

Die Neuen Vocalsolisten laden Sängerinnen und Sänger ein, im Rahmen ihres 2-wöchigen Meisterkurses bei Ticino Musica das reiche und faszinierende Repertoire der zeitgenössischen Vokalmusik kennenzulernen und sich mit diesem herausfordernden, experimentellen Universum intensiv auseinanderzusetzen.

Im Zentrum stehen das Erlernen und der Einsatz von zeitgenössischen Gesangstechniken sowie die Interpretation zeitgenössischen Repertoires. Das Programm wird ergänzt durch das Kennenlernen unterschiedlicher Notationsformen, Analyse maßgeblicher Partituren der Vokalmusik sowie das gemeinsame Erarbeiten vokaler Kammermusik oder Kammermusik für Stimme und Instrumente.

Folgende Schwerpunkte werden gesetzt:

  • erweiterte Gesangstechniken, Multiphonics, spezielle Sounds zeitgenössischer Vokalmusik
  • Umgang mit Mikrotonalität
  • Übergang von Gesang und theatralem Agieren
  • Einsatz von Devices und Zusatz-Instrumentarium
  • Interpretation von Werken, in denen die oben genannten Techniken zum Einsatz kommen
  • Analyse und Verstehen von Partituren, Notationsfragen
  • Strategien für die Realisation vokaler Kammermusik in Teamarbeit

Der Workshop umfasst sowohl das klassische Vokal-Repertoire (Solo und Ensemble) u.a. von Georges Aperghis, Luciano Berio, Adriana Hölszky, Mauricio Kagel, György Kurtág, Giacinto Scelsi, Dieter Schnebel, Salvatore Sciarrino, Elliott Sharp, Karlheinz Stockhausen, Claude Vivier sowie die wichtigen Werke der jüngeren und jüngsten Komponistengeneration wie Carola Bauckholt, Oscar Bianchi, Andreas Dohmen, Francesco Filidei, Clemens Gadenstätter, Mischa Käser, Sergej Newski, Christoph Ogiermann, Enno Poppe, Lucia Ronchetti, Rebecca Saunders, Benjamin Scheuer, Johannes Schöllhorn, Simon Steen-Andersen, Jennifer Walshe und anderen. Eigenes Solo-Repertoire ist willkommen.

Der Workshop wird angeboten für

  • Sänger*innen, die sich für zeitgenössische Vokalmusik mit erweiterten Gesangstechniken interessieren
  • Solisten-Ensembles mit Interesse an der Realisierung zeitgenössischer Partituren

Alle sieben Mitglieder der Neuen Vocalsolisten sind während der 2-wöchigen Festivalzeit anwesend. Sie unterrichten abwechselnd, aber auch im Team, und ergänzen sich in ihren Schwerpunkten, so dass eine intensive Arbeit mit solistischem Repertoire, Kammermusik, Performance und Analyse gleichermaßen möglich wird.

Die Mitglieder sind Johanna Zimmer (hoher Sopran), Susanne Leitz-Lorey (lyrischer Sopran), Truike van der Poel (Mezzosopran), Daniel Gloger (Countertenor), Martin Nagy (Tenor), Guillermo Anzorena (Bariton) und Andreas Fischer (Bass).


Biography

Der Name ist Programm: Die sieben Konzert  und Opernsolisten, vom Koloratursopran über den Countertenor bis hin zum schwarzen Bass, verstehen sich vor allem als Forscher und Entdecker. Um dem Neuen den Weg zu bereiten, pflegen die Neuen Vocalsolisten den  beständigen Austausch mit arrivierten und jungen Komponisten bei der Recherche nach neuen Klängen, Stimmtechniken und vokalen Ausdrucksformen.

Dabei bewegen sich die Neuen Vocalsolisten insbesondere auf dem Terrain des gegenwärtigen Musiktheaters, das mehr denn je die Mittel der Elektronik und der Videokunst nutzt. Auch interdisziplinäre Arbeit mit Bildender Kunst, Literatur sowie Elementen der Alten Musik gehört zum Konzept. Vor diesem Hintergrund haben die Neuen Vocalsolisten das Genre des vokalen Kammer Musik Theaters geprägt, unter anderem mit Werken von Georges Aperghis, Carola Bauckholt, Luciano Berio, Luca Francesconi, Lucia Ronchetti, Oscar Strasnoy und Claude Vivier. Partner der Neuen Vocalsolisten sind dabei stets hochkarätige Spezialistenensembles und Rundfunkorchester, international bedeutende Opernhäuser, die freie  Theaterszene, elektronische Studios sowie zahlreiche Veranstalter von Festivals und  Konzertreihen neuer Musik in aller Welt.

Internationale Beachtung fanden in den vergangenen Jahren Musiktheaterproduktionen wie „Freizeitspektakel“ von Hannes Seidl und Daniel Kötter mit Aufführungen in Venedig, Stuttgart, Madrid, Oslo und Warschau, oder José María Sánchez Verdús „Aura“ in Madrid, Stuttgart, Venedig, Berlin und Hamburg. Bei ECLAT 2014 erlebte die Video Konzert Architektur „Mediterranean Voices“ von Komponisten aus zwölf mediterranen Ländern ihre Uraufführung. Das tagesfüllende Projekt über zwölf Identitäten des Mittelmeerraums wurde u.a. in Stuttgart, Madrid, Venedig, Gent, Krems und bei der Reihe „Wege durch das Land“ gespielt und steht auch in der aktuellen Saison u.a. in Kopenhagen auf dem Programm. 2014 brachten die Neuen Vocalsolisten auch die Musiktheater „Utopien“ von Dieter Schnebel und „Sommertag“ von Nikolaus Brass bei der Münchener Biennale zur Uraufführung. Für deren nächste Ausgabe im Jahr 2018 bereitet das Ensemble ein großes szenisches Projekt unter dem Titel „Privatopern“ vor. Beim Festival Ultima in Oslo schließlich hatte eben falls 2014 Simon Steen Andersens Musiktheater „Buenos Aires“ Premiere mit anschließen den Stationen in ’s Hertogenbosch, Kopenhagen, Aarhus, Huddersfield und bei ECLAT in Stuttgart. 2016 und 2017 folgten Musiktheaterproduktionen von Annelies van Parys, François Sarhan und Christoph Ogiermann.

In der Saison 2017/18 werden die Neuen Vocalsolisten rund 20 Werke zur Uraufführung bringen, darunter ein Musiktheater von Clemens Gadenstätter in Kooperation mit Wien modern. Außerdem führen Konzertreisen die Sänger wieder in zahlreiche Länder Europas, aber auch nach New York, Peking und Tel Aviv.

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